Hier könnte Ihre Werbung stehenWerbefläche · Advertising
Electronic Warfare · Electromagnetic Warfare · EloKa

Das unsichtbare Gefechtsfeld.

Kommunikation, Radar, Navigation, Satelliten, Drohnen und vernetzte Sensorik sind auf das elektromagnetische Spektrum angewiesen. Electronic Warfare beschreibt die Fähigkeit, dieses Umfeld zu erkennen, zu verstehen, zu schützen und im Konfliktfall gezielt zu beeinflussen.

NATO bevorzugt heute den Begriff Electromagnetic Warfare; „Electronic Warfare“ bleibt international etabliert und wird weiterhin als EW verwendet.

Spectrum Situational Awareness Detect · Analyse · Protect
EMSElectromagnetic Spectrum
EWElectronic Warfare
C-UASCounter-Unmanned Aircraft Systems
01 · Grundlagen

Electronic Warfare ist mehr als „Funk stören“

Im Kern geht es um die militärische Nutzung des elektromagnetischen Umfelds. Dazu gehören Lageerfassung und Aufklärung ebenso wie offensive Wirkungen und der Schutz eigener Systeme. NATO beschreibt EW als einen Bestandteil von Electromagnetic Operations, der elektromagnetische Energie nutzt, um Situational Awareness sowie offensive und defensive Effekte zu erzeugen.

01

Erkennen & Aufklären

Elektromagnetische Emissionen werden festgestellt, analysiert und in einen Lagezusammenhang eingeordnet. Erst daraus entsteht ein nutzbares elektromagnetisches Lagebild.

  • Signale und Emitter feststellen
  • Emissionen klassifizieren
  • Richtung und Lagebezug bestimmen
  • Aktivitäten über Zeit vergleichen
02

Beeinflussen & Wirken

Electronic beziehungsweise Electromagnetic Attack umfasst Maßnahmen, die gegnerische Nutzung des Spektrums begrenzen, täuschen oder funktional beeinträchtigen können.

  • Kommunikation beeinträchtigen
  • Navigation und Sensorik beeinflussen
  • Radarwirkung reduzieren oder täuschen
  • Wirkung mit anderen Fähigkeiten verzahnen
03

Schützen & resilient bleiben

Eigene Funk-, Navigations- und Sensorsysteme müssen auch unter Störung weiter funktionieren. Schutz und Resilienz sind deshalb genauso wichtig wie offensive Maßnahmen.

  • Störfestigkeit erhöhen
  • Redundanz vorsehen
  • Alternative Kommunikation und Navigation
  • Emissionen und Abhängigkeiten kontrollieren

Die zentrale Idee: Überlegenheit im elektromagnetischen Spektrum bedeutet nicht, möglichst viel zu stören. Entscheidend ist, die eigenen Systeme zuverlässig nutzen zu können, relevante Aktivitäten des Gegenübers früh zu erkennen und dessen Handlungsmöglichkeiten gegebenenfalls einzuschränken.

02 · Technische Basis

Das elektromagnetische Spektrum

Funkkommunikation, Radar, Satellitennavigation und viele Sensoren nutzen elektromagnetische Wellen. Die ITU gliedert das Radiospektrum in international definierte Frequenzbänder; ihre Radio Regulations reichen in der Nomenklatur von 3 kHz bis 3.000 GHz.

VLF
3–30 kHz
LF
30–300 kHz
MF
0,3–3 MHz
HF
3–30 MHz
VHF
30–300 MHz
UHF
0,3–3 GHz
SHF
3–30 GHz
EHF
30–300 GHz
Band 12
0,3–3 THz
Sehr niedrige FrequenzNiedrige FrequenzMittlere FrequenzKurzwelleVHFUHFMikrowelleMillimeterwelleDecimillimeter
10⁹+
Die Frequenzspanne vom unteren kHz-Bereich bis in den hohen GHz-/THz-Bereich umfasst Größenordnungen mit sehr unterschiedlichen Ausbreitungs- und Nutzungseigenschaften.

Warum Frequenz nicht gleich Frequenz ist

Reichweite, Dämpfung, Antennengröße, Bandbreite und Ausbreitung verhalten sich je nach Frequenzbereich unterschiedlich. Genau deshalb existiert kein einzelnes EW-Verfahren, das gegen jede Form von Funk, Radar oder Navigation gleichermaßen geeignet wäre.

03 · Multi-Domain

Ein moderner Konflikt ist ein Netzwerk

EW wirkt nicht isoliert. NATO ordnet elektromagnetische Aktivitäten über Land, Luft, See, Weltraum und Cyber hinweg ein. Radar, Datenlinks, GNSS, Satellitenkommunikation und Sensorik verbinden diese Bereiche miteinander.

Damit wird das elektromagnetische Umfeld zu einer unsichtbaren Infrastruktur, die gleichzeitig Informationsquelle, Kommunikationsraum und potenzielle Angriffsfläche ist.

ELECTROMAGNETIC
SPECTRUM
AIR
SPACE
CYBER
LAND
MARITIME
INFORMATION
04 · Zahlen & Fakten

Vier Zahlen, die das Thema einordnen

3–3.000 GHz* Die ITU-Nomenklatur der Radio Regulations reicht von 3 kHz bis 3.000 GHz. *Bandnomenklatur, nicht „ein EW-Frequenzband“.
20.200 km Ungefähr in dieser Höhe fliegen GPS-Satelliten im Medium Earth Orbit. Quelle: GPS.gov
31 GPS-Satelliten werden laut GPS.gov seit Jahren typischerweise operational betrieben, also mehr als die 24-Satelliten-Basiskonstellation. Stand der offiziellen GPS.gov-Darstellung 2026.
32 NATO-Alliierte sind im NATO Electromagnetic Warfare Advisory Committee über nationale Vertreter eingebunden. Quelle: NATO, NEWAC.
05 · Counter-UAS

Warum Drohnen Electronic Warfare so sichtbar gemacht haben

Drohnen kombinieren Funk, Navigation, Datenübertragung und Sensorik auf engem Raum. Dadurch besitzen viele Systeme mehrere elektromagnetische Abhängigkeiten. Gleichzeitig entwickeln sich autonome Verfahren und alternative Navigationsmethoden weiter, wodurch klassische Gegenmaßnahmen nicht automatisch bei jedem System funktionieren.

Erkennen
Identifizieren
Verfolgen
Bewerten
Gegenwirken

Soft Kill

Soft Kill beschreibt eine funktionale Neutralisierung ohne unmittelbare physische Zerstörung des Zielsystems. Im Counter-UAS-Kontext können elektronische Maßnahmen eine Rolle spielen, wenn die Drohne von steuerungs-, daten- oder navigationsbezogenen Funkverbindungen abhängig ist.

  • Electronic Attack als möglicher Bestandteil
  • Kommunikations- oder Navigationsabhängigkeiten
  • Wirkung ist system- und szenarioabhängig

Hard Kill

Hard Kill bezeichnet die physische Neutralisierung eines Zielsystems. Dazu zählen beispielsweise Abfangsysteme oder andere physische Wirkmittel. Das ist nicht mit Electronic Warfare gleichzusetzen, kann aber Teil derselben mehrstufigen Schutzarchitektur sein.

  • Abfangsysteme und Interceptor
  • Netzbasierte Lösungen
  • Physische Wirkmittel als eigene Kategorie

Wichtig: Electronic Warfare ist ein Bestandteil moderner Counter-UAS-Architekturen, aber Counter-UAS ist wesentlich breiter. Detektion, optische Identifikation, Radar, RF-Sensorik, operative Verfahren, passive Schutzmaßnahmen und physische Effektoren gehören ebenfalls dazu.

06 · Navigation Warfare

GNSS: Position, Navigation und Zeit als strategische Ressource

Satellitennavigation liefert nicht nur eine Position auf einer Karte. GNSS-Systeme stellen auch Zeit- und Navigationsinformationen bereit, die in zahlreichen technischen und infrastrukturellen Systemen genutzt werden.

≈20.200 km
GPS-Satelliten bewegen sich laut GPS.gov in ungefähr dieser Höhe und umrunden die Erde etwa zweimal täglich.

Mehr als Navigation

Positioning, Navigation and Timing, kurz PNT, spielt unter anderem in Verkehr, Telekommunikation, Logistik, Sensorik und militärischen Systemen eine wichtige Rolle. Damit wird auch die Widerstandsfähigkeit gegen Störungen und Täuschung bedeutsam.

Jamming

Störenergie kann den zuverlässigen Empfang legitimer Signale erschweren oder verhindern. Der Begriff beschreibt das Wirkprinzip, nicht automatisch eine bestimmte Technik oder Reichweite.

Spoofing

Bei Spoofing wird ein Empfänger durch manipulierte Signalinformationen in die Irre geführt. Der Empfänger kann dadurch falsche Positions-, Navigations- oder Zeitinformationen interpretieren.

Resilienz

Robuste Systeme reduzieren Abhängigkeiten durch Sensorfusion, Plausibilitätsprüfungen, alternative Navigationsquellen, Redundanz und definierte Fallback-Verfahren.

07 · Abgrenzung

Electronic Warfare ist nicht Cyber Warfare

Beide Bereiche beeinflussen moderne Operationen und können sich überschneiden. Fachlich bleiben sie dennoch unterschiedlich: EW konzentriert sich auf das elektromagnetische Umfeld; Cyber Operations auf digitale Systeme, Netzwerke, Daten und Software.

Electronic / Electromagnetic WarfareCyber OperationsTypische Überschneidung
Funk, Radar, Navigation, Datenlinks, elektromagnetische SensorikNetzwerke, Rechner, Software, digitale Dienste und DatenVernetzte Sensoren und Kommunikationssysteme
Wirkung im elektromagnetischen UmfeldWirkung in Informations- und IT-SystemenSoftware Defined Radio, Satelliten- und C2-Systeme
Aufklärung, Attack, Schutz und SpektrumnutzungDefensive und offensive CyberaktivitätenGemeinsame Lagebilder und Schutzkonzepte
NATO weist ausdrücklich darauf hin, dass EW und Cyber Warfare nicht verwechselt werden sollten. Quelle: NATO · Electromagnetic warfare
08 · Aufklärung & Lagebild

SIGINT, ELINT, COMINT und elektromagnetische Situational Awareness

Ein großer Teil des elektromagnetischen Geschehens beginnt nicht mit Störung, sondern mit Beobachtung. Emissionen können Hinweise auf Aktivität, Systeme, Standorte oder Verhaltensmuster liefern. Die Bundeswehr beschreibt die ständige Beobachtung des Spektrums ausdrücklich als Grundlage, um Signale zu identifizieren, zu analysieren und ein umfassendes Lagebild zu erstellen.

S

SIGINT

Signals Intelligence ist der Oberbegriff für die Gewinnung von Informationen aus Signalen und Signalaktivitäten.

C

COMINT

Communications Intelligence befasst sich mit Kommunikationssignalen und den daraus ableitbaren Informationen.

E

ELINT

Electronic Intelligence beschäftigt sich mit nicht-kommunikativen elektromagnetischen Emissionen, beispielsweise aus Sensor- oder Radarsystemen.

Signal
Detektion
Klassifikation
Analyse
Lagebild
Quelle zur aktuellen deutschen Einordnung: Bundeswehr · Mission VIGO
09 · Geschichte

Von der Funkaufklärung zum softwaredefinierten Spektrum

Electronic Warfare ist kein neues Phänomen. Die Methoden haben sich mit jeder Generation von Funk-, Radar-, Satelliten- und Digitaltechnik verändert.

Funk schafft neue Möglichkeiten und neue Verwundbarkeiten

Mit militärischer Funkkommunikation entsteht zugleich die Möglichkeit, gegnerische Emissionen zu empfangen, auszuwerten und zu peilen.

Funkaufklärung wird operativ relevant

Abfangen und Auswerten gegnerischer Kommunikation entwickelt sich zu einem wichtigen Bestandteil militärischer Informationsgewinnung.

Radar, Täuschung und Gegenmaßnahmen

Radar und Funktechnik führen zu einer enormen Beschleunigung elektronischer Aufklärung und Gegenmaßnahmen.

Strategische EW- und SIGINT-Fähigkeiten

Radarwarnung, elektronische Selbstschutzsysteme, Aufklärungsplattformen und Gegenmaßnahmen werden zu festen Bestandteilen moderner Streitkräfte.

Digitalisierung, GNSS und Datenlinks

Satellitennavigation, digitale Kommunikation und vernetzte Sensorik erhöhen gleichzeitig Leistungsfähigkeit und Abhängigkeit vom Spektrum.

Drohnen, Automatisierung und schnellere Innovationszyklen

Unbemannte Systeme, Software Defined Radio, KI-gestützte Auswertung und Counter-UAS rücken EW stärker in die öffentliche Wahrnehmung.

10 · Deutschland

EloKa, Elektronische Kampfführung und Elektromagnetischer Kampf

Im deutschen Sprachraum existieren mehrere Bezeichnungen parallel. Die Bundeswehr verwendet weiterhin „Elektronische Kampfführung“ und die Kurzform „EloKa“, spricht in jüngeren Veröffentlichungen zugleich verstärkt vom „Elektromagnetischen Kampf“.

InternationalDeutsch / Bundeswehr-KontextEinordnung
Electronic WarfareElektronische KampfführungLangjährig etablierte Bezeichnung
Electromagnetic WarfareElektromagnetischer KampfBreitere, heute stärker betonte Spektrumsicht
EWEW / EloKaEW international, EloKa klassisch deutsch
Electromagnetic AttackElektromagnetischer AngriffWirkkomponente
Electromagnetic Defense / ProtectionElektromagnetische Verteidigung / SchutzSchutz eigener Systeme

Aktuelle Bundeswehr-Einordnung

Die Bundeswehr fasst den Elektronischen Kampf als Maßnahmen im elektromagnetischen Spektrum zusammen. Genannt werden insbesondere Erkennen, Stören beziehungsweise Täuschen und Schützen. Das entspricht der modernen Dreiteilung von Lageerfassung, Wirkung und Schutz.

Warum „Electronic Warfare“ trotzdem eine starke Domain ist

Der englische Begriff ist international verständlich, fachlich etabliert und umfasst deutlich mehr als Drohnenabwehr. Die Domain kann deshalb langfristig auch Radar, SIGINT, GNSS, Spektrumschutz, Counter-UAS und Resilienz glaubwürdig abdecken.

11 · Zivile Relevanz

Warum elektromagnetische Resilienz nicht am Kasernentor endet

Funk- und Navigationssysteme sind auch für zivile Infrastruktur essenziell. Luftfahrt, Logistik, Telekommunikation, Behörden und viele technische Dienste sind auf störungsarme Funkumgebungen angewiesen.

Öffentliche Sicherheit

Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass Funkstörungen unter anderem die Kommunikation von Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr beeinträchtigen und damit die öffentliche Sicherheit gefährden können.

Navigation & Verkehr

Satellitennavigation ist in Luftfahrt, Schifffahrt, Straßenverkehr und Logistik tief verankert. Störungen können deshalb weit über einen einzelnen Empfänger hinaus wirken.

Telekommunikation & Zeit

Präzise Zeitreferenzen und Funkverbindungen unterstützen Netze, Synchronisation und technische Infrastruktur. Resilienz bedeutet deshalb auch, alternative Verfahren und Fallbacks vorzusehen.

12 · Recht & Sicherheit

Fachinformation statt Bauanleitung

Electronic Warfare ist ein sicherheitsrelevantes Themenfeld. Diese Seite erklärt Begriffe, Zusammenhänge, Schutzkonzepte und öffentlich dokumentierte Einsatzfelder. Sie soll keine Anleitung zum rechtswidrigen Betrieb von Störtechnik oder zur Beeinträchtigung fremder Systeme sein.

Hinweis für Deutschland: Funkstörungen können sicherheitskritische Dienste beeinträchtigen. Bei Technik, die aktiv in Funkdienste eingreift, sind rechtliche Rahmenbedingungen, Frequenzrecht, Produktsicherheit und Zuständigkeiten zu beachten. Für konkrete Vorhaben sollte auf behördliche beziehungsweise fachjuristische Auskunft zurückgegriffen werden.
13 · Glossar

Die wichtigsten Begriffe auf einen Blick

C-UASCounter-Unmanned Aircraft Systems: Systeme und Verfahren zur Erkennung und Abwehr unbemannter Luftfahrtsysteme.
COMINTCommunications Intelligence: Informationsgewinnung aus Kommunikationssignalen.
EA / EMAElectronic bzw. Electromagnetic Attack: offensive Wirkkomponente im elektromagnetischen Umfeld.
ELINTElectronic Intelligence: Auswertung nicht-kommunikativer elektromagnetischer Emissionen.
EMEElectromagnetic Environment: elektromagnetisches Umfeld.
EMOElectromagnetic Operations: übergeordnete elektromagnetische Aktivitäten in NATO-Terminologie.
EMSElectromagnetic Spectrum: elektromagnetisches Spektrum.
EWElectronic beziehungsweise Electromagnetic Warfare.
GNSSGlobal Navigation Satellite System: Oberbegriff für satellitengestützte Navigationssysteme.
GPSGlobal Positioning System: US-amerikanisches GNSS.
JammingStörung des zuverlässigen Empfangs oder der Nutzung legitimer elektromagnetischer Signale.
PNTPositioning, Navigation and Timing: Position, Navigation und Zeit.
RFRadio Frequency: Radiofrequenz beziehungsweise Hochfrequenz im Funkkontext.
SIGINTSignals Intelligence: Informationsgewinnung aus Signalen als Oberbegriff.
Soft KillFunktionale Neutralisierung ohne unmittelbare physische Zerstörung des Zielsystems.
Hard KillPhysische Neutralisierung eines Zielsystems.
SpoofingTäuschung eines Empfängers durch manipulierte beziehungsweise scheinbar legitime Signalinformationen.
EloKaDeutsche Kurzform für Elektronische Kampfführung.
14 · FAQ

Häufige Fragen zu Electronic Warfare

Was bedeutet Electronic Warfare?

Electronic Warfare bezeichnet militärische Aktivitäten im elektromagnetischen Umfeld. Dazu gehören Lageerfassung und Aufklärung, offensive elektromagnetische Wirkungen sowie der Schutz eigener Systeme. NATO verwendet heute bevorzugt „Electromagnetic Warfare“, weist aber darauf hin, dass beide Begriffe häufig austauschbar verwendet werden.

Was bedeutet EloKa?

EloKa steht für Elektronische Kampfführung. Der Begriff ist besonders im deutschen Bundeswehr-Kontext etabliert und umfasst das Erkennen und Auswerten elektromagnetischer Aktivitäten, die Wirkung gegen gegnerische Nutzung des Spektrums und den Schutz eigener Systeme.

Ist Electronic Warfare dasselbe wie Jamming?

Nein. Jamming ist nur eine mögliche elektronische Wirkung. EW umfasst ein wesentlich größeres Feld: Aufklärung, Analyse, Lokalisierung, Schutz, Resilienz, Täuschung, Gegenmaßnahmen und die Koordination der eigenen Spektrumnutzung.

Was ist der Unterschied zwischen Electronic Warfare und Electromagnetic Warfare?

NATO bezeichnete das Fachgebiet traditionell als Electronic Warfare und bevorzugt inzwischen Electromagnetic Warfare, um die Bedeutung des gesamten elektromagnetischen Spektrums zu betonen. Die Abkürzung EW bleibt bestehen, und beide Begriffe werden weiterhin oft synonym verwendet.

Was bedeutet Soft Kill bei Drohnen?

Soft Kill bezeichnet die funktionale Neutralisierung ohne unmittelbare physische Zerstörung. Bei Counter-UAS kann das unter anderem elektronische Maßnahmen umfassen, sofern das Zielsystem entsprechende elektromagnetische Abhängigkeiten besitzt.

Was bedeutet Hard Kill?

Hard Kill bezeichnet die physische Neutralisierung eines Systems. Das kann beispielsweise durch Abfangsysteme oder andere physische Wirkmittel erfolgen. Hard Kill ist damit keine Unterform von Electronic Warfare, kann jedoch zusammen mit EW in einer mehrstufigen Counter-UAS-Architektur eingesetzt werden.

Was ist SIGINT?

SIGINT steht für Signals Intelligence und bezeichnet Informationsgewinnung aus Signalen. COMINT und ELINT werden häufig als spezialisierte Bereiche innerhalb dieses Umfelds eingeordnet.

Was ist ELINT?

Electronic Intelligence beschäftigt sich mit elektromagnetischen Emissionen, die nicht primär Kommunikationsinhalte darstellen, beispielsweise bestimmten Radar- oder Sensorsignaturen.

Was ist COMINT?

Communications Intelligence bezieht sich auf Kommunikationssignale und die daraus gewinnbaren Informationen. Die genaue Abgrenzung und organisatorische Zuordnung kann je nach Staat und Organisation variieren.

Was ist Navigation Warfare?

Navigation Warfare beschreibt Maßnahmen rund um die Nutzung, den Schutz und die mögliche Beeinflussung navigationsbezogener Systeme. Moderne Streitkräfte betrachten insbesondere PNT, also Position, Navigation und Zeit, als wichtige Ressource.

Kann Electronic Warfare GPS beeinflussen?

Ja. Satellitennavigation kann grundsätzlich durch Störung oder Täuschung beeinflusst werden. Wie stark ein konkretes System betroffen ist, hängt jedoch von Empfänger, Antenne, Umgebung, Schutzmaßnahmen, alternativen Sensoren und weiteren Faktoren ab.

Ist EW dasselbe wie Cyber Warfare?

Nein. EW konzentriert sich auf das elektromagnetische Umfeld, Cyber Operations auf digitale Systeme, Netzwerke, Daten und Software. Bei vernetzten Sensoren, Software Defined Radio, Satellitenkommunikation und Führungsinformationssystemen können sich beide Bereiche überschneiden.

Welche Rolle spielt EW bei Drohnen?

Drohnen können Steuer-, Daten-, Navigations- und Sensorsysteme kombinieren. Diese elektromagnetischen Komponenten können erkannt, analysiert, geschützt oder unter bestimmten Rahmenbedingungen beeinflusst werden. Moderne autonome Systeme reduzieren jedoch teilweise ihre Abhängigkeit von kontinuierlichen Funk- oder GNSS-Verbindungen.

Warum ist das Thema auch zivil relevant?

Funk und GNSS werden in zahlreichen zivilen Bereichen genutzt, etwa durch Rettungsdienste, Polizei, Feuerwehr, Luftfahrt, Schifffahrt, Telekommunikation und Logistik. Deshalb sind Funkstörungsmanagement und elektromagnetische Resilienz auch außerhalb militärischer Anwendungen wichtig.

Darf man einen Jammer privat betreiben?

Aktive Störtechnik kann Funkdienste und sicherheitskritische Kommunikation beeinträchtigen und unterliegt in Deutschland erheblichen rechtlichen Beschränkungen. Für konkrete Geräte oder Anwendungen sollte die aktuelle Rechtslage bei der Bundesnetzagentur beziehungsweise fachkundig geprüft werden.

15 · Quellen & Vertiefung

Primärquellen und weiterführende Informationen

Für zentrale Definitionen und Kennzahlen stützt sich diese Seite bewusst auf offizielle oder institutionelle Quellen.

NATO · Electromagnetic WarfareDefinition, Terminologie, EW vs. Cyber, Entwicklung von Electronic zu Electromagnetic Warfare.
Quelle öffnen
Bundeswehr · Kontrolle im elektromagnetischen RaumAktuelle deutsche Einordnung von Erkennen, Stören/Täuschen und Schützen.
Quelle öffnen
Bundeswehr · Mission VIGOElektromagnetische Aufklärung und Erstellung eines Lagebilds.
Quelle öffnen
ITU · Radio RegulationsInternationale Nomenklatur und Einteilung der Frequenzbänder.
Quelle öffnen
GPS.gov · Space SegmentGPS-Konstellation, Höhe von rund 20.200 km und Basiskonstellation.
Quelle öffnen
Bundesnetzagentur · FunkstörungenZivile Bedeutung von Funkstörungen und Gefährdung sicherheitskritischer Kommunikation.
Quelle öffnen
NATO · NEWAC 2025EW-Koordination in der NATO und Beteiligung aller 32 Alliierten.
Quelle öffnen
Bundeswehr · EloKa 2025/2026Aktuelle Rolle der Elektronischen Kampfführung in Landes- und Bündnisverteidigung.
Quelle öffnen
ElectronicWarfare.de

The spectrum never sleeps.

Kommunikation, Navigation, Radar, Satelliten, Sensoren und Drohnen bilden ein unsichtbares technisches Netz. Electronic Warfare beschäftigt sich mit der Frage, wer dieses Netz erkennen, verstehen, schützen und im Konfliktfall wirksam nutzen kann.